Vorsicht Glosse – Aus dem Lebens des Louis Löschnix Teil 6

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Hallo, hier ist mal wieder Louis, also der Louis Löschnix von der Freiwilligen Feuerwehr.
Neulich war ich montags mal bei der Jugendfeuerwehr. Da hab ich einige der Jugendlichen mit ihren Smartphones gesehen, wie sie auf dieser großen Videoseite im Internet Clips von Einsatzfahrten verschiedener Feuerwehr- und Rettungsdienstfahrzeuge geguckt haben. Puh, da waren schon ganz schön enge Dinger dabei... Meistens geht das ja gut, aber "was wenn es mal zu eng wird und knallt?" Da kam mir der eine Jugendwart gerade richtig, weil unser Chef nicht da war und der Jugendwart sich da auch gut auskennt, der fährt nämlich an der Arbeit auch Autos mit Blaulicht und Martinshorn. Zwar sind bei denen die Streifenwagen kleiner als die meisten Feuerwehrautos, aber auch schneller unterwegs und viel im engen Stadtverkehr.

Der könnte auch Geschichten erzählen, was man da so erlebt, weil manche Autofahrer bei Blaulicht von hinten reagieren, als täte sich vor ihnen eine Wand auf. Also das ist aber manchmal auch ein Dilemma. Wenn man an der Ampel steht und kaum Platz ist, den Weg frei zu machen. Oder man selbst nicht weiß, „wohin soll ich jetzt und wohin will der Löschzug hinter mir“? Ich hab den Jugendwart dann mal nach einer Patentregel gefragt, wie man denn reagieren soll. Leider war das nicht mit einem Satz abgetan, wie ich gehofft hatte. Ich hab das dann so erklärt bekommen:

"Schau mal Louis, hier hab ich mal zwei Beispiele. Guck, auf dem einen Bild siehst du, wie es gut funktioniert, einem Einsatzfahrzeug Platz zu machen und auf dem anderen Foto, wie ein Versuch völlig daneben geht." Das hab ich mir angeschaut und natürlich... Da anzuhalten, wo in der Mitte eine Verkehrsinsel gebaut ist, das ist ja ganz doof, da muss man ja doch wieder durch den Gegenverkehr. Das ist ungefähr so, wie die Planer der Verkehrsbetriebe denken, wenn sie genau an Bushaltestellen solche Verkehrsinseln hin bauen. Mit seinem Auto in eine Einmündung rein ist da viel besser, dann ist genug Platz für das Einsatzfahrzeug, ohne dass es da groß herumkurven muss. So gesehen ganz einfach, wenn man einfach etwas mitdenkt, was für ein Fahrzeug da kommt, wieviel Platz es braucht und wo ich ihm den Platz einräumen kann. Einfacher wird das, wenn das Ganze im eigenen Ort passiert, wo man sich auskennt. Da macht es manchmal sogar mehr Sinn, nicht voll in die Eisen zu gehen, sondern zügig bis zu nächsten bekannten Einmündung oder Parkbucht zu fahren. Und der Fahrer des Einsatzfahrzeuges wird besonders diejenigen mögen, die nicht in die Kategorie „Blinkmuffel“ fallen, sondern auch noch anzeigen, wo sie, in welche Richtung Platz machen wollen.
Das hab ich jetzt alles verstanden! Und ein Mädel von den Betreuern der Jugendfeuerwehr meinte dann nur zu mir, dass das ja in der Fahrschule auch so gelehrt würde. Nur sei das eben bei ganz vielen Autofahrern schon lange lange her und die seien ja auch reichlich gut im Vergessen und Ignorieren. Und dann kam noch unser Zugführer vom letzten Mal dazu. Als Zugführer ist der ja meistens für drei Fahrzeuge verantwortlich und hat noch ergänzt, dass man nach einem vorbei gelassenen Einsatzfahrzeug immer noch gucken soll, ob da nicht noch welche folgen.

 

                                                                                         Falsch                                             und                                            Richtig

Puh, doch gar nicht so einfach. Aber ich glaube jetzt hab ich’s. Also ich kann jetzt bedenkenlos in den Rückspiegel gucken, wenn dort Blaulicht auftaucht ohne panischen Bremsfuß oder Rally-artiges Einlenken. Aber ich hab ja gar keinen Führerschein. Und kein Auto und keinen Rückspiegel. Und mit meinem Fahrrad geht das mit dem Platz machen sowieso viel einfacher!