Vorsicht Glosse – Aus dem Lebens des Louis Löschnix Teil 7

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Hallo, hier ist wieder Louis Löschnix von der Freiwilligen Feuerwehr.
Neulich hatte ich ja von dem Problem des „Platz machen für Einsatzfahrzeuge“ berichtet. Ich dachte eigentlich das wäre ganz easy. Aber als ich vorgestern mit meinem Kumpel, dem Maschinist von der Drehleiter unterwegs war, bekam ich schon wieder das große Kopfschütteln. Deshalb muss ich da nochmal ansetzen:
Wir wollten nur den Leiterwagen, äh ich meine natürlich die Drehleiter, zur Inspektion bringen. Das geht nicht bei uns im Ort, so dass wir auf die Autobahn mussten.
So breit, so schnell, so gut. Sofort im Stau. Und da begann dann das ganze Elend.

Obwohl es tolle Rahmenbedingungen waren - also es war hell, hat nicht geregnet und es war ein übersichtliches gerades Teilstück auf der Trasse Richtung Dortmund. Und trotz einem von hinten herannahenden Fahrzeugs mit Blaulicht und Martinshorn, das war so ein blau-silber-gelber BMW von der Autobahnpolizei, blieben fast alle regungslos auf ihrer Spur. Das hat ewig gedauert, bis die ersten Mal nach rechts und links rangiert haben um Platz zu machen.
Und dann kam das Beste: Kaum waren die Jungs von Cobra 11 durch, fuhren alle zurück in Richtung Mitte. War super, denn dadurch konnte ich mir dann noch ganz in Ruhe den neuen Rettungswagen und das HLF angucken, die sich noch langsamer als die Polizei durch den Stau schlängeln mussten.
Der gelb beleuchtete Tieflader, der etwas später kam um die beiden kaltverformten PKW aufzuladen hat dann, wahrscheinlich aus reiner Erfahrung, gleich die Standspur benutzt um die wartenden Autofahrer nicht ein drittes Mal rangieren zu lassen.
Der Maschinist und ich haben uns dann echt lange über das Thema Rettungsgasse unterhalten. Und auch wenn wir ja aus zwei unterschiedlichen Generationen stammen, also einen ganz guten Querschnitt aus den Autofahrern darstellen, die da vor / neben / hinter uns standen, waren wir uns einig, dass das mit der Rettungsgasse noch nicht überall so richtig angekommen ist. Die Medien machen es zwar publik, alle Fahrschulen lehren es, aber anscheinend müssen wir es auch wie die Österreicher machen und alle Nase lang ein riesengroßes Schild dazu an die Autobahn pappen.
Dabei ist das doch echt überschaubar, solange man weiß, auf welcher Spur man gerade steht. Auf einer zweispurigen Autobahn fahre ich in meiner Spur nach Außen, so wie ich euch das auf dem Bild mal aufgezeichnet habe. Bei drei Spuren auf der linken Spur nach links und aus der Mitte und von rechts an den rechten Fahrbahnrand. Und wenn denn irgendwann mal die 4 Spuren bei Kassel frei sind - also eher wegen Stau gerade nicht frei sind - dann machen auch alle nach rechts Platz, außer die die ganz links stehen.

Und das mit dem bemerken von Einsatzfahrzeugen ist auch gar nicht so schwer, die kommen auf der Autobahn ja immer von hinten heran. Und mit Musik auf weniger als "ohrenbetäubend" und den Spiegeln in Einstellung "Rückspiegel" statt "Schminkspiegel" hört und sieht man die dann schon.
Aber wenn ich so sehe, wie manch einer fährt, da bin ich in zweierlei Hinsicht ganz froh darüber, wie mein Leben so ist.
Denn erstens hab ich mit meinem Fahrrad nie ein Problem, Platz zu machen, schon gar überhaupt nicht auf der Autobahn und zweitens haben wir in Lohfelden nur einspurige Straßen, was ja das allzu komplizierte Leben eines Autofahrers nicht noch weiter erschwert.