„Verkehrsunfall – mehrere eingeklemmte Personen in PKW“

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Ein Alarmstichwort, welches für höchste Anspannung sorgt. Wie schlimm ist es? Sind wirklich mehrere Personen eingeklemmt? Sind genug Einsatzkräfte auf dem Weg, um eine gute Rettungsarbeit an mehreren Fahrzeugen zu gewährleisten? Kenne ich vielleicht sogar jemanden unter den Beteiligten, den Verletzten?

Diese Gedanken sind bei einem Realeinsatz mit das erste, was einem auf dem Weg zur Feuerwehr und weiter zum Einsatzort durch den Kopf schießt. Am Freitag, den 23.09.2016 fiel dieses Einsatzstichwort gegen 18:30 Uhr. Glückicherweise jedoch nicht über die Lautsprecher unserer Funkmeldeempfänger, sondern aus dem Mund vom Übungsausrichter.
Nach der theoretischen Ausbildung zwei Wochen zuvor und in der Woche danach der bereits beschriebenen Stationsausbildung, ging es nämlich an diesem Abend in den Waldauer Weg, wo uns, einen RTW der Johanniter aus Kassel und einen KTW des DRK Lohfelden, zwei stark demolierte Fahrzeuge mit insgesamt 3 verletzten, teilweise eingeklemmten Personen, erwarteten.



Den eintreffenden Einsatzkräften von Feuerwehr und Rettungsdienst bot sich das Bild eines auf der Seite liegenden Mazda 6 mit eingeklemmtem, bewusstlosem Fahrer und eines auf dem Dach liegenden VW Polo mit einem jungen Pärchen darin.
Nachdem beide Fahrzeuge stabilisiert wurden um ein erschütterungsfreies Arbeiten zu ermöglichen entschied man sich am Polo für eine erste Zugangsöffnung durch die hintere Seitenscheibe, da infolge des Überschlags beide Türen so verzogen waren, dass ein Öffnen nicht mehr möglich war. Gerettet wurden anschließend beide Verletzten rückenschonend mittels Spine-Board über die mit hydraulischem Rettungsgerät geöffnete Heckklappe.
Komplizierter gestaltete sich die Rettung des Mazdafahrers. Da er nicht ansprechbar war und aufgrund der Seitenlage des Fahrzeugs mit seinem Körpergewicht auf der B-Säule lag, konnte hier nicht mit Rettungsgerät gearbeitet werden. Man entschied sich dafür, alle Scheiben zu entfernen und dann alle Säulen, bis auf die betroffene B-Säule mit der Hydraulikschere zu schneiden. Als dies geschehen war, wurde das komplette Dach zur Straße hin abgeklappt und die Person aus dem Sitz heraus nach hinten gerettet und im Weiteren versorgt.

Nach gelungener Übung ging es jedoch nur für die Kräfte des Rettungsdienstes direkt zum Feuerwehrhaus zu Gegrilltem und Getränken. Die Kräfte der Feuerwehr hielt ein Realeinsatz zur Beseitigung einer längeren Öl-/Dieselspur durch Lohfelden noch etwas in der Einsatzbekleidung, bevor Bratwurst und Steaks den Magen füllen durften.

Herzlichen Dank an das DRK Lohfelden und die Johanniter Kassel für die tolle Zusammenarbeit. Und natürlich Dankeschön an unsere Verletztendarsteller.