Geschichte Ochshausen

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26 Männer aller Altersgruppen und Berufsschichten der Gemeinde Ochshausen waren sich über die Notwendigkeit und Wichtigkeit einer schlagkräftigen Feuerwehr bewusst und gründeten daher unter dem Motto >Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr < die Freiwillige Feuerwehr Ochshausen. Schreinermeister Johannes Hansmann wurde von der Versammlung einstimmig zum Brandmeister gewählt. In der damaligen Zeit stand der Feuerwehr nur eine Handdruckspritze der Pflichtfeuerwehr zur Verfügung, deshalb kaufte die Gemeinde Ochshausen 1935 einen Tragkraftspritzenanhänger (TSA) für Pferdeanspannung und eine neue Tragkraftspritze (TS) mit Verbrennungsmotor Fabrikat Fischer "RETTERIN". Nicht viel später wurden auch Uniformen für die Freiwillige Feuerwehr Ochshausen angeschafft.

Die Übungen der Wehr fanden einmal im Monat statt, wo sich die Kameraden mit dem Gerät vertraut machten und sich für den Ernstfall vorbereiteten. Neben dem schweren und aufopferungsvollen Dienst wurde alljährlich ein Familienabend mit fröhlichen Beisammensein und Tanz für die Mitglieder und ihren Frauen veranstaltet. Diese Familienabende, die dem Zweck zur Förderung der Kameradschaft und Zusammengehörigkeit dienen, sind inzwischen Tradition geworden und werden jedes Jahr aufs neue veranstaltet.

 

Erwähnenswerte Einsätze unserer Wehr, abgesehen von kleineren Bränden, fanden vom Gründungsjahr bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges 1939 nicht statt. Leider gingen sämtliche Unterlagen über unsere Wehr von 1933 - 1948 in den Kriegswirren und der Nachkriegszeit verloren. Beim Einzug der amerikanischen Truppen 1945 in unsere Gemeinde war das Anwesen des Stellmachers Heinrich Hansmann in Brand geraten. Bei diesem Einsatz wurde unsere TS durch Splittereinwirkung so stark beschädigt, dass sie nicht mehr Einsatzfähig war. Durch Vermittlung der Gemeindeverwaltung wurde uns eine andere TS zugewiesen, die aber den Erfordernissen bei Einsätzen und Übungen nicht genügte. Nach dem Krieg wurden durch eine große Werbeveranstaltung  neue Mitglieder geworben und die Feuerwehr Crumbach stellte uns im Tausch gegen die Unsrige eine einsatzfähige TS zur Verfügung. Bei der Jahreshauptversammlung am 06.02.1955 bittet Brandmeister Johannes Hansmann aus Alters und Gesundheitsgründen um seinen Rücktritt. Die Versammlung zeigt Verständnis für diese Bitte und ernennt Kamerad Hansmann für seine Verdienste um den Aufbau und der Modernisierung des Löschzuges Ochshausen zum Ehrenbrandmeister. Als Nachfolger wird an diesem Tag Kamerad Walter Biesel zum Wehrführer gewählt. Durch die laufenden Übungen bestens vorbereitet, konnte sich unser Löschzug 1958 in Heiligenrode und 1959 in Sandershausen bei den Endwettkämpfen um den Landrat - Herrmann - Pokal auf den vorderen Rängen platzieren.

 

In Anerkennung unserer überdurchschnittlichen Leistungen verlieh uns der Hessische Minister des Inneren für jeden der beiden Wettkämpfe die Leistungsplakette mit Besitzurkunde. Der größte Einsatz der 60er und der am längsten dauernde überhaupt war der Großbrand am 14.11.1960 auf dem von Heusinger´schen Gehöft. Neben unseren zwei Löschzügen kämpften acht weitere Freiwillige Feuerwehren gegen das Feuer. Sogar die Berufsfeuerwehr Kassel entsandte 3 Fahrzeuge. Eingesetzt waren 130 Feuerwehrleute sowie 50 Helfer des Deutschen Roten Kreuzes und des Arbeiter Samariter Bundes. Insgesamt waren 13 B- und 18 C-Rohre eingesetzt, die von 8 Motorspritzen versorgt wurden. Brandwachen mussten bis einschließlich 20.11.1960 gestellt werden. Der Dauerbelastung bei diesem langwierigen Einsatz war unsere TS leider nicht gewachsen und musste außer Dienst gestellt werden. 1961 kaufte die Gemeinde eine neue TS der Fa. Magirus mit VW-Industriemotor. Am 03.02.1966 übergab uns der Zivil-Bevölkerungsschutz (ZB) ein Tanklöschfahrzeug (TLF-8). Vermittelt hatte dieses Fahrzeug die Gemeinde Lohfelden und der Kreisfeuerwehrverband Kassel-Land. Das Fahrzeug war ein Unimog und hatte einen 800 Liter Löschwassertank.

 

Bereits 1965 wurde ein Nebengebäude der ehemaligen Grundschule Ochshausen als Gerätehaus mit Fahrzeugbox umgebaut. Das alte Spritzenhaus wurde am 13.03.1967 auf Empfehlung der Gemeindeverwaltung bei einer Übung abgebrannt. Am 15. Und 16.06.1968 waren die Festtage an denen das 40- jährige Jubiläum unserer Löschzüge, unter Beteiligung aller Nachbarwehren und den Einwohnern Lohfeldens, mit einer großen Leistungsschau, einem Festumzug und einem fröhlichen Beisammensein gefeiert wurde. Die 70er Jahre brachten viele Neuerungen. Durch moderne Werkstoffe und neue Baumaterialien wurden auch andere Anforderungen an den Brandschutz gestellt. Die Gemeinde Lohfelden erkannte dies rechtzeitig und stellte die finanziellen Mittel zur Verfügung. Ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF-8) Daimler-Benz L608 mit Metzaufbau wurde 1970 in Dienst gestellt. Weiterhin wurden Atemschutzgeräte und Handfunkgeräte angeschafft sowie der Vorrat an Schlauchmaterial ergänzt und vervollständigt. Ende 1973 zog man durch eine Umstrukturierung des ZB das TLF-8 wieder ab und stellte es der BF-Kassel zur Verfügung.

 

1974 wurde uns für das abgezogene TLF-8  von der Gemeinde ein VW-Bus als Mannschaftstransportwagen zur Verfügung gestellt. Dieser wurde später mit einer Einsatzstellen - Beleuchtungsanlage (Stromerzeuger, 3x Stativ und 3x Scheinwerfer) ausgerüstet.Die größten Einsätze der 70er Jahre:1972 Kühlhaus Linde, Industriegebiet Kassel-Waldau1975 Waldbrand in der Söhre1977 Möbelhaus Koch, Bergshausen1978 Lagerhalle AEG, ehem. Fieseler-Werk Am 20 und 21 Mai 1978 feierten wir unser 50-jähriges Jubiläum in traditioneller Form in der Kulturhalle Lohfelden. Die Zeit blieb nicht stehen, techn. Hilfeleistungseinsätze kamen vermehrt zu den Brandeinsätzen hinzu. Um auch dann noch für alle Fälle gerüstet zu sein, bestellte die Gemeinde bei der Fa. Magirus  ein neues LF-8 (schwere Ausführung, Allrad, Fahrgestell Iveco-Magirus 130-D-7, Aufbau Magirus).Die Zusatzbeladung für techn. Hilfeleistung bestand aus Rettungsschere mit Hydr. Handpumpe, Kettensäge, Trennschleifer und Tauchpumpe. Außerdem konnte der Beleuchtungssatz des MTW mit übernommen werden. Dieses Fahrzeug wurde im Oktober 1979 in Dienst gestellt. Das alte LF-8 auf Mercedes / Metz wurde dem Löschzug Crumbach übergeben.

 

Seit dem Jahr 1980 verbindet uns eine Partnerschaft mit der Feuerwehr Nidderau-Windecken. Diese Freundschaft wurde durch mehre gegenseitige Besuche gefestigt. Im gleichen Jahr stellte Kamerad Biesel nach 25-jähriger Dienstzeit als Wehrführer sein Amt zur Verfügung. Neuer Wehrführer ist seitdem Peter Kahl. Seit Anfang der 80er Jahre häuften sich die Mülltonnenbrände (Energieverteuerung, dadurch vermehrtes Heizen mit Kohle und Holz). Um nicht bei jedem Kleinbrand die Sirenen auslösen zu müssen, wurde schrittweise auf stille Alarmierung umgestellt. Seit 1984 nahm unser Löschzug wieder aktiv an den Kreiswettkämpfen teil. Ebenfalls 1984 bekamen wir eine neue Rettungsschere und einen Spreizer, die von einem Hydraulikaggregat mit Verbrennungsmotor angetrieben werden. Die bis dahin benutzte Schere wurde dem Händler zurückgegeben. Seit 1984 ist der Bau eines neuen Gerätehauses geplant, da das Alte nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprach. Der Standort ist neben dem Freibad Lohfelden. Grundsteinlegung war am 28. Mai 1988 und Schlüsselübergabe am 09. September 1989. Im Jahr 1988 konnten wir unser 60 jähriges Jubiläum auf dem Berliner-Platz feiern.

Die wichtigsten Einsätze der 80er Jahre:

  • 1980 Flutkatastrophe in Helsa-Wickenrode durch Stolleneinbruch
  • 1981 Hochwasser in einer Lagerhalle der AEG
  • 1981 Menschrettung in der Parkstraße
  • 1984 Zimmerbrand am Hofe 1
  • 1985 Befreien einer im Förderband eingeklemmten Person
  • 1986 Dachstuhlbrand Am Rain
  • 1986 Brand im Reifenlager der Fa. Stinnes

Auch die 90er Jahre waren für die Feuerwehr ereignisreich. So konnte 1992 als Ersatz für den MTW auf VW-Bus ein neuer MTF auf Mercedes Benz 308D mit langem Radstand in Dienst gestellt werden.Bei der Jahreshauptversammlung 1994 wurde der Kamerad Volker Menger zum stellv. Wehrführer ernannt.

Im Jahr 1999 wurde er vom Kameraden Andrè Müller abgelöst. Ebenfalls erhielt die Wehr 1999 einen GW/N auf MAN 8.163 Fahrgestell für ihren Fuhrpark. Auf diesem Fahrzeug ist neben der Normbeladung noch zusätzlich Material für Gefahrguteinsätze verlastet. Im Frühjahr 2003 konnte der MTF auf Mercedes 308D durch einen Ford Transit Mittellang / Mittelhoch ersetzt werden.... Fortsetzung folgt